Geschichte
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Die Wasserversorgung in der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden

Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser.
Aus Wasser ist alles,
und ins Wasser kehrt alles zurück.

Diese Weisheit des altgriechischen Philosophen Thales sagt alles über die Wichtigkeit guten und sauberen Wassers zum täglichen Gebrauch aus.

Wie man aus dem Buch "Wasserversorgung der Stadt Kirchheimbolanden" der Gebrüder Lucae zum 100jährigen Jubiläum der zentralen Wasserversorgung in der Stadt Kirchheimbolanden entnehmen kann, begannen die größeren und die engagierten Städte schon frühzeitig, ihre Bürger über öffentliche Wasserleitungsnetze mit frischem Trinkwasser zu versorgen. In den Dörfern wurde lange Zeit an einem zentralen Brunnen das Trink- und Brauchwasser mit Kannen und Eimern geholt.

Die Wasserversorgung war eine Aufgabe, die die Gemeinden alleine oder mit anderen Gemeinden zusammen besorgten. Sie betrieben Wassergewinnungsanlagen und Leitungsnetze. Erst mit Bildung der Verbandsgemeinden wurde die Wasserversorgung zur Pflichtaufgabe der neuen Verbandsgemeinde. Der Gedanke war dabei, dass nur eine zentrale Verwaltung allen verbandsgemeindeangehörigen Gemeinden eine geordnete Wasserversorgung bieten konnte. Insbesondere die immer teurer werdende Erschließung der Wasservorkommen und die Einhaltung der immer strengeren Grenzwerte der Trinkwasserverordnung stellten die einzelnen Gemeinden vor Probleme, die allein zu bewältigen mit Sicherheit nicht möglich gewesen wäre.
So gingen mit der Pflichtaufgabe alle Wassergewinnungsanlagen und - von einigen Ausnahmen abgesehen - auch alle Wasserverteilungsanlagen auf die Verbandsgemeinden über.

Die Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden betrieb nun zunächst die alten Netze der Ortsgemeinden weiter und übernahm auch die Verwaltung des "Wasserversorgungsverbandes Kirchheimbolanden-Nord" mit den in Oberwiesen erschlossenen Wasservorkommen.
Zum 01.01.1978 wurden die Verbandsgemeindewerke gegründet, die dann selbständig die Aufgaben wahrnahmen. Später wurde durch Beschluss der "Wasserversorgungsverband Kirchheimbolanden-Nord" aufgelöst und ebenfalls in die Verbandsgemeindewerke integriert.

In den 25 Jahren der Verbandsgemeinde waren Investitionen von mehreren Zehn-Mio. DM notwendig, um allen Einwohnern der Verbandsgemeinde gleichmäßig gutes Trinkwasser bieten zu können. Ständig wurden und werden die Ortsnetze repariert, erweitert oder wie z. B. in Jakobsweiler und Rittersheim völlig neu verlegt. Die Wasservorkommen müssen mit hohem Aufwand gesichert, die Brunnen, die Quellen, die überörtlichen Transportleitungen und Speicher unterhalten werden. Die letzten Brunnenbohrungen in der Gemarkung Kirchheimbolanden, Ameisenhalt, und in der Gemarkung Bolanden, Am Gerbach, schlugen mit rund 2,0 Mio. DM zu Buche. Alleine der Anschluss der beiden neuen Gewinnungsanlagen an die Wasserwerke Oberwiesen bzw. Kirchheimbolanden wird ca. 3,0 Mio. DM in Anspruch nehmen.

Inzwischen werden aus den Brunnen in Kirchheimbolanden und Oberwiesen sowie den Quellen in Bolanden und Marnheim jährlich etwa 1,250 Mio. m³ Trinkwasser gewonnen, die nicht aufbereitet werden müssen. Dem Wasser wird, wo nötig, lediglich überschüssiges Eisen entzogen.

Trinkwasser ist das bestuntersuchteste Lebensmittel in der Bundesrepublik Deutschland, unterliegt es doch den Bestimmungen der Trinkwasser-verordnung, die an das Trinkwasser wesentlich höhere Anforderungen stellt als z. B. das Lebensmittelrecht an Mineralwasser. Mehrmalige Untersuchungen im Jahr, von unabhängigen Instituten durchgeführt und auf fast 100 Parameter ausgedehnt, garantieren eine einwandfreie Qualität des Lebensmittels Nr. 1, das leider nur zu höchstens 10 % zum Trinken und Kochen verwandt wird.

Die Wasserversorgung wird ab 1. Januar 2002 unter dem Dach der Stadtwerke GmbH Kirchheimbolanden gemeinsam für die Stadt und Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden betrieben.