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Stadt Kirchheimbolanden

Touristischer Führer durch Kirchheimbolanden "Die Kleine Residenz"

Die Kreisstadt Kirchheimbolanden hat sich als Wohnsitz eine recht hübsche Lage ausgesucht. Sie lehnt sich an ihren Hausberg an und verfügt über ein abwechslungsreiches Gelände mit Wald und Feld in unmittelbarer Nähe. Gut nachbarschaftliche Beziehungen pflegt sie zum 687 Meter hohen Donnersberg, der höchsten Erhebung in der Pfalz.

So ist die Stadt ein lohnendes Ziel für Wanderfreunde. Sitz nutzen das ganz überwiegend freundliche und trockene Wetter und betrachten die Stadt selbst oder beispielsweise den Drosselfels, das romantische Wildensteiner Tal, das Kloster Hane, das weinselige Zellertal, den herrlichen Schlossgarten...

Foto: Stepan

Vorteilhaft ist es auch für den Ort, dass er verkehrsgünstig liegt. Es führen die A 63 und die L 401 direkt an ihm vorbei, die B 47 ist nahe und die Bahnverbindung Alzey-Kirchheimbolanden wurde im Jahre wieder aufgenommen. Ein Kranz von Städten in einer Entfernung von 40 - 60 Kilometern umgibt Kirchheimbolanden: Mainz und Wiesbaden, Ludwigshafen und Mannheim, Bad Dürkheim und Neustadt/Weinstraße, Kaiserslautern, Bad Kreuznach und Bingen. Und nur 28 Kilometer sind es bis Worms und zum Rhein.

hier finden Sie Kirchheimbolanden:

Die Außenbezirke weisen natürlich viele Neubaugebiete auf, moderne Einzelhäuser dominieren. Durchaus "saubere" Industriebetriebe ergänzen das Bild, in denen zum Beispiel Schuhe und Turbolader, Tuben und Wasserzähler erzeugt werden. Doch der baulich und historisch interessante Teil ist die Innenstadt.

Denn den Ort Kirchheim (so zunächst der Name) gibt es schon sehr lange. Vor gut 1200 Jahren wurde diese Bezeichnung in den berühmten Codex des Klosters Lorsch eingetragen. Und mehr als 600 Jahre ist es her, dass Kaiser Karl IV. die damals noch ganz kleine Ansiedlung im Besitze der Sponheimer Grafen zur Stadt erhob.

Mit dieser Rangerhöhung war etwas wichtiges geschehen. Dem Ort wurde eine gewisse Mittelpunktsfunktion zuerkannt und er durfte befestigt werden. Es entstand die vom Wehrgang bekrönte und heute als höchst malerisch empfundene Stadtmauer mit Graben, Türmen und Toren. Diese restaurierte Hinterlassenschaft aus dem Mittelalter ist glücklicherweise zur einen Hälfte noch vorhanden (die andere fiel den barocken Baumaßnahmen zum Opfer)

So kann man sich immerhin vorstellen, wie das winzige Städtchen im Schutze eines solchen Gemäuers - 800 Meter lang, 8 Meter hoch - etliche Jahrhunderte lang fortexistierte. In kriegerischen Auseinandersetzungen des 17. Jahrhunderts allerdings waren die Zerstörungen erheblich. Große Teile der Stadtmauer wurden im Rahmen der Altstadtsanierung wieder hergestellt und sind auch begehbar.

Foto: Stepan

Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts gehörte das Gebiet von Kirchheim und Umland fast 400 Jahre lang zu verschiedenen Linien aus dem Haus Nassau. Sehr bedeutsam wurde diese Tatsache im 18. Jahrhundert, als der Stadt die Glücksgöttin ziemlich hold war.

Der Nassau-Weilburger Graf Carl August, der in den Rang eines Fürsten aufstieg, fasste nämlich den Entschluss, Kirchheim zur Sommer-Residenz auszubauen und -neben Weilburg- zum zweiten Mittelpunkt des etwas zerstückelten Landes zu machen. Durch seinen Sohn Carl Christian schließlich wurde die Stadt ständiger Regierungssitz. Diesen beiden Regenten verdankt sie ihre barocke Note und den Titel einer Residenz. Kirchheimbolandens ganzer Stolz: die "Mozartorgel" in der Paulskirche ...

Foto: Stepan

Zu dieser "barocken Note" gehört etliches: Das Schloss, auch wenn es durch Zerstörungen in der Französischen Revolution, durch einen späteren Brand und die jetzige Umwaldlung in eine moderne Seniorenresidenz stark verändert wurde.

Foto: Stepan

Dann die sehr sehenswerte Paulskirche (früher: Schlosskirche) in ihrer schönen Umgebung mit Mauern und Treppen. Sie hat den Charakter der Erbauungszeit um 1740 am besten bewahrt. Die Kirche hat eine reizvolle Umgebung ..

Foto: Stepan

Weiter der Schlosspark mit schmiedeeisernen Toren und der hohen Mauer. Bei den Gartenanlagen ist es aber nicht beim französischen Barockvorbild geblieben. Vielmehr steht die heutige Szenerie in der Nachfolge des englischen Landschaftsparks aus dem 19. Jahrhundert. Besonderen Ruf erlangte er durch seltene Bäume und Sträucher, die Dr. Heinrich von Brunck anpflanzen ließ: die Atlaszedern etwa, die Koloradotanne und andere damalige Setzlinge, die heute eine enorme Größe vorweisen können.

Foto: Stepan

Ferner zum Beispiel die Amtsstraße mit Freitreppen vor etlichen Häusern und die Neue Allee mit den Kavaliershäusern in typischem Mansardenstil. Barockes Erbe sind auch die Hauben auf den beiden Tortürmen, das Ballhaus in der Neumayerstraße, ein als Trafo-Station dienendes Teehäuschen und das "Weiße Roß"- ein ehemaliges Palais. Ebenso die frühere Kutschenremise am Schlossplatz, die heute die Stadtbibliothek beherbergt und ein Cafe.

Foto: Stepan

Im Haus Nr. 14 in der Amtsstraße, das als Palais für den Erbprinzen gedacht war, wohnt das Museum im Stadtpalais und hat mit seinen ungeheuren Schätzen auch alle Hofgebäude und das angrenzende Schulhaus nach und nach erobert. "Alte Zeit" auf Schritt und Tritt: So bei der Feuerwehr aus den dreißiger Jahren, dem Tante Emma Laden und der Figurengruppe aus dem Schloßgarten. Übrigens: Das fürstliche Museumsgebäude ist mit Barocktreppe und getäfeltem Musiksälchen selbst ein Ausstellungsstück.

Bei der Revolution von 1848/49 kam es in Kirchheimbolanden zu einem Gefecht am Schlossgarten, bei dem preußische Truppen eine Nachhut pfälzischer Freischaren niederschossen. Das Massengrab der 17 jungen Gefallenen auf dem Friedhof und das Denkmal der trauernden Germania - sie halten die Erinnerung fest an den leider erfolglosen Kampf um die Einheit Deutschlands und eine freiheitliche Verfassung.

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Das Kriegerdenkmal oberhalb der Stadt legt Zeugnis davon ab, wieviele Soldaten selbst aus einer kleinen Stadt ihr Leben durch die beiden Weltkriege verloren. Schäden durch Beschuss oder Bomben gab es aber zum Glück praktisch nicht. Als Teil des neuen Bundeslandes Rheinland-Pfalz begannen dann auch für Kirchheimbolanden die vielen Jahre des Aufstiegs.

Die Stadt wuchs und erhielt moderne öffentliche Einrichtungen. Heute kann sie zum Beispiel neu errichtete Schulen fast aller Sparten vorzeigen, drei Kindertagesstätten, Freibad und Hallenbad, das erneuerte Krankenhaus in den Abteilungen Chirurgie und Gynäkologie, zwei schöne Seniorenheime, Neubauten von Rathaus und Kreisverwaltung und ein kostenlos zu benutzendes Parkdeck, das die Kunden zu den zahlreichen Geschäften in der Innenstadt führt.

Ein wichtiges Kapitel aber sind auch die Feste, die weit in die Umgebung ausstrahlen. Dazu gehören die zahlreichen Veranstaltungen der Karnevalsgesellschaft, die Bierwoche, das Residenzfest, der Christkindelmarkt sowie die "Märkte" im Mai und Oktober. Bunte Illumination, Musik, Bratenduft, Wein und eine Vielzahl von Besuchern: Das gehört einfach dazu zu Kirchheimbolanden, zu "Kärchem", zu "Kibo" -zur "Kleinen Residenz".

Foto: Stepan
Hochzeitzimmer in Kirchheimbolanden
Foto: Stepan

Der Turmsaal mit rustikalem "Gewölbeambiente", der sich unter dem Hochzeitszimmer befindet, kann für Feierlichkeiten und Vereinsveranstaltungen angemietet werden. Er bietet Platz für 35 Personen.

Dieser Raum kann über die Stadt im Rathaus reserviert werden. Telefon: (0 63 52) 40 04-119

Türme in Kirchheimbolanden

Grauer Turm:
Am Grauen Turm gibt es viel zu besichtigen. Man kann sehr gut erkennen, wie die Vorfahren die Stadtmauer mit dem Wehrgang ausgerüstet haben: Große, drei Meter weite Steinbögen errichteten sie, und zwar in äußerst mühevoller Fronarbeit. Und an dieser Stelle ist es auch möglich, die Mauer zu besteigen und den restaurierten Wehrgang zu betreten. Er erstreckt sich bis zum Vorstadtturm. Während unsere Vorväter dort oben Wache schieben mussten, haben wir das Vergnügen des malerischen Ausgucks.

Vorstadtturm:
Dies ist der markanteste Turm des Ortes. Er stammt noch aus dem Mittelalter, bewachte einst das wichtigste Tor (mit Graben, Zugbrücke und einem Vorturm) und sah mit seinen Schießscharten entsprechend wehrhaft aus. Seine heutige Aufmachung erhielt er vor 250 Jahren, als er eine Barock-Kuppel, die Uhr und die Glocke bekam. Er wurde auch bewohnt, und zwar vom gestrengen Turmwächter, der von seiner hohen Warte aus den Überblick über das Getümmel behalten musste.

Roter Turm:
Vor hundert Jahren hätte er beinahe sein Leben eingebüßt. Denn damals wurde der Straßendurchgang geschaffen, indem man in die Stadtmauer einfach ein Loch hackte. Eine winzige Mehrheit im Stadtrat verhinderte zum Glück, dass der Turm gleich mit beseitigt wurde. Dieses Gebäude, frisch restauriert und neu bedeckt, ist als Eckpfeiler der Stadtmauer besonders eindrucksvoll und wichtig. Sechs Meter dick, zwölf Meter hoch. Eine Säule in der malerischen Mauer mit dem historischen Wehrgang.

Gefängnisturm:
In diesem Ruinenstumpf steckt unter der Erdoberfläche noch ein richtiges Verlies. Ein fensterloses, schauriges Gemäuer von drei Metern Dicke, aus dem es für Spitzbuben von anno dazumal kein Entweichen gab. Gehen sie nun rechts an der Treppe hinunter, nicht ohne ein leichtes Frösteln über die Tatsache, dass links unten neben der Treppe früher der Scharfrichter wohnte.

Stadthausturm:
Der Stadthausturm ist mittelalterlicher Herkunft. Er hat im 18. Jahrhundert sein barockes Häubchen bekommen und wurde zum Gefängnis ausgebaut, aus dem man nicht so leicht entwischen konnte. 30 Jahre lang stand er in dieser Eigenschaft zu Diensten.

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